social-media

Fünf Praxistipps zur Social-Media-Strategie für Vereine, Stiftungen und Organisationen

Gerade bei Kleinunternehmen und Vereinen wird häufig „mal eben“ eine Facebook-Seite aufgesetzt (weil ist ja kostenlos) ohne sich über eine grundlegende Strategie Gedanken zu machen oder diese gar zu formulieren. Nach einer anfänglichen Probierphase halte ich es aber für wichtig, die ersten Erfahrungen zu reflektieren und eine Social-Media-Strategie für die Zukunft festzulegen.

Viele kleine Organisationen tun sich allerdings schwer, solche Strategien festzuhalten, daher möchte ich in diesem Post einmal meine fünf Tipps zur Erstellung einer eigenen Social-Media-Strategie festhalten.

1. Ziele definieren

Am Anfang einer jeden Strategie sollte immer festgehalten werden, was man eigentlich erreichen möchte. Bei Organisationen und Vereine können verschiedene Ziele im Vordergrund stehen.

Zum Beispiel:

  • Erhöhung der Bekanntheit der Organisation
  • Mitglieder- und Förderergewinnung
  • bestehende Mitglieder/Förderer informieren
  • interne Abläufe optimieren/effizienter arbeiten (z.B. durch Facebook-Gruppen)

Gerade in der Zieldefinition ist es essentiell, die Zielgruppe zunächst einmal zu definieren und bei der Gesamtstrategie im Auge zu behalten.

social-media

 

2. Social-Media-Aufwände abschätzen und einplanen

Die meisten Tools sind zwar zunächst kostenlos, weshalb sich auch viele Vereine und Kleinunternehmen direkt in das Abenteuer stürzen. Nach einer Weile wird man allerdings feststellen, dass der Zeitaufwand für Social-Media nicht gering ist. Die diversen Kanäle müssen interessant bespielt, Anfragen schnell beantwortet werden. Hierfür müssen Menschen gewonnen werden, die sich regelmäßig um die Umsetzung kümmern. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, einen Workshop mit allen interessierten Mitgliedern und Personen aus der Führungsriege durchzuführen. Hier sollte offen die Frage diskutiert werden, welchen Mehrwert die vorhandenen und potenzielle neue Mitglieder durch Social-Media erlangen.

3. Recherche, Recherche, Recherche

Bevor man voller Elan anfängt, sich auf den einzelnen Kanälen, wie Twitter, Facebook, Xing und Co. auszuleben, kann man die ersten Wochen immer dazu nutzen, die Kanäle zu belauschen und dadurch ein Gefühl dafür zu bekommen, was in welcher Form kommuniziert wird. Eventuell gelingt es auch, die wichtigsten Social-Media-Menschen der Branche zu erkennen.

Weiterhin kann man auch von Beginn an ein eigenes Social-Media-Monitoring aufbauen. Dies ist zum Einstieg sogar kostenlos mit netvibes möglich.

Beim Monitoring empfehle ich immer, dieses nach folgenden Fragen aufzubauen:

  • Was wird über euren Verein oder eure Organisationen gepostet? (Suche nach Namen des Vereins/der Organisation)
  • Welche Themen sind rund um den Verein / der Organisation relevant?
  • Wer ist Meinungsbildner in der Branche?

4. Geschichten erzählen 2.0 (einen Redaktionsplan entwickeln und leben)

Wenn Ihr die wichtigsten Themen und Menschen in eurem Bereich identifiziert habt, sollte nun ein Redaktionsplan entwickelt werden, der mit den vorhandenen Ressourcen auch umgesetzt werden kann. Zur Erstellung und pflege eines Redaktionsplan, habe ich vor einiger Zeit schon einmal einen Videoblog-Beitrag geschrieben. Zusammengefasst sollten interessante Artikelideen in einen Kalender eingetaktet werden, an dem sich denn das gesamte Social-Media-Team hält. Zusätzlich können auch interessante vorhandene fremde Artikel in den Plan eingebunden und auf den eigenen Plattformen kuratiert und geteilt werden.

Mein Tipp ist dabei auf Artikelserien zu zu setzen, die auch eigene Geschichten erzählen. So kann man die neuen Leser auch mittelfristig an sich binden.

5. Erfolge messen

Um die Social-Media-Marketing auch effektiv weiterzuentwickeln, sollte man die festgelegten Ziele überprüfen. Bei der Zielfestlegung sollten harte Zahlen, wie Traffic über die Social-Media-Kanäle auf die Website oder Fan- und Followerzahlen verwendet und überprüft werden. Ich empfehle häufig, die eigene Website als Zentrum aller Social-Media-Aktivitäten zu behandeln. Daher schaue ich via Google Analytics auf den Traffic , der so generiert wird und eventuell zu neuen Mitgliedern und Unterstützern führt. Alle Zahlen sollte man allerdings kritisch betrachten. Eine kleine aktive diskussionsfreudige Fanzahl auf Facebook beispielsweise kann besser sein, als eine hohe Fanzahl, die sich nicht aktiv beteiligt.

Ich hoffe, dass ich euch mit diesen einfachen Tipps dazu ermuntere, eine (kleine) Startegie zu entwickeln und  so eure Social-Media-Präsenz aufzubauen. Jeder Schmierzettel mit Stichwörtern ist besser, als unkoordiniert eine Menge Zeit und Geld zu verschwenden.

  • http://www.FreundeDerWissenschaft.de/ Sahn Albert

    Hallo Malte,

    unser Wissenschaftsmagazin ‚Freunde der Wissenschaft‘ ist seit einigen Monaten auf Facebook, Google Plus sowie auf Twitter vertreten und wie es scheint haben wir auch die meisten der hier vorgestellten Ratschläge beachtet und gehen strikt nach Plan vor.

    Leider blieb der erwartete, beziehungsweise erhoffte Erfolg noch aus.

    Kannsr du vielleicht an einen konkreten Fall zeigen wo und was man noch verbessern kann? Gerade dass die User auf der Facebook-Seite stöbern oder Posts weiterempfehlen fehlt uns etwas.

    Das ist besagte Facebook-Seite
    https://www.facebook.com/FreundeDerWissenschaft

    Vielen Dank,

    Sahn Albert
    Mitglied d. Freunde der Wissenschaft.

    • http://designers-inn.de/ Designers Inn

      Hallo, manchmal bedarf es auch einer kleinen Anschubfinanzierung. Bei meinen Projekten starte ich immer mit 3 kleinen Mini-Kampagnen „Sponsored Post, Sponsored Story, Normale Anzeige“ – wobei ich nie „Anzeigen“ im klassischen Sinne poste, sondern immer spannende Inhalte für den Leser (im besten Fall Videos, Freebies, Reports, Download-Tipps, etc.) Auf diese Weise kann man für sehr wenig Geld eine gute Basis an echten Fans aufbauen. Mit wachsender Fangemeinde, übernimmt dann irgendwann der Schneeballeffekt die Oberhand und man kann die Bewerbung der Seite einstellen, da nun die Empfehlungen genug Leute erreichen, um die Community wachsen zu lassen. Auf diese Weise habe ich beispielsweise die Seite für mein Musikprojekt aufgebauthttps://www.facebook.com/PULSE.Pink.Floyd.Tribute Hier habe ich bis ca. 1.000 Fans die Seite mit Werbeanzeigen aktiv beworben. Danach habe ich bis 2.000 Fans nur noch Beiträg hervorgehoben und dann die Bewerbung eingestellt. Mittlerweile sind ist die Community auf über 12.000 Fans angewachsen. Kurzum: Alle Tipps von Malte sind absolut korrekt und unbedingt zu beherzigen. Aber manchmal muss man erst eine kleine Basis aufbauen, damit es genug Fans gibt, die die Inhalte mulitplizieren können :)

      Ich hoffe, ich habe hier nicht den Rahmen gesprengt :)
      VG
      Marco

      P.S. Ähhh … jetzt habe ich gerade gesehen, dass der Beitrag schon ein Jahr alt war. Hmm. Egal … vielleicht nützt mein Salmon ja auch anderen 😉

  • http://www.gefundenwerden.at/ gefundenwerden

    finde ich ale 5 Tipps sehr gut.
    So kann man leichter weiter gehen.
    LG

  • Nicolai Fleckenstein

    Hallo Malte, danke für diesen tollen Artikel. Wenn man den Redaktionsplan erstellt, kann man flankierend dazu auch über das Thema Newsletter / e-Mail Marketing nachdenken um die Themen direkt an Interessierte auszuspielen, wie z.B. hier gut beschrieben: https://www.mailjet.de/blog/guide/email-marketing-guide-fuer-wohltaetigkeits-non-profit-organisationen/

Next Article"Etwas komplett anderes erleben!" - Schüleraustausch in Indiana/USA mit Mais, Ziegen & Pferden