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Von 0 auf 1500 Besucher in 24 Stunden für lau – Die Geschichte eines Website-Traffic-One-Hit-Wonders

1500 Websitebesucher am ersten Tag ohne wirkliche Marketingmaßnahmen? Viele von euch werden jetzt wahrscheinlich denken, dass das so ohne weiteres eigentlich nicht möglich ist und es sich doch eigentlich um irgendwelchen Marketingschwindel handeln muss. Ja, irgendwie war es das ja auch. Nichtsdestotrotz möchte ich einen meiner größten Tageserfolge mit einer Website hier teilen und zeigen, wie ich an nur einem Tag von 0 auf über 1500 Besucher meiner Seite gekommen bin und dabei nur 8,28 € für die Kosten der Domain eingesetzt habe. Wenn es ein One-Hit-Wonder bei Websites gibt, dann ist es wohl dieses hier.

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Wie so vieles in meinem Leben, hat auch diese Geschichte wieder mal mit Fußball zu tun. Dieses mal sogar unmittelbar. Es war einmal, irgendwann Anfang November, als ich von dem Gerücht hörte, dass Klaus Allofs, Sportdirektor meiner absolut liebsten Fußballmannschaft Werder Bremen, eventuell von Dannen zöge und beim Konkurrenten VFL Wolfsburg anheuerte. Anfangs hielt ich nicht viel von dem Gerücht, zumal es diese in 13 Werderjahren schon häufiger gegeben hatte. Um den 10. November allerdings meldeten immer mehr Agenturen die Verhandlungen. Allofs selbst wirkte nicht mehr so selbstsicher wie sonst und gab sich immer schwammiger vor den Kameras. Während des Bundesligaspieltags (es sollte sein letzter für Werder sein) stampfte er doch von einem rhetorischen Fettnäpfchen ins andere. Er tat dies, so sagte er später, um die Mannschaft aus den Diskussion herauszuhalten.

An diesem Spieltag kam ich für meinen Bundesliga-Videoblog Bolzplatzheld.de auf die Idee, eine (natürlich nicht ganz ernst gemeinte) Initiativbewerbung für die Nachfolge als Sportdirektor bei Werder abzugeben. Ich unterstrich meine Ambitionen mit einem kleinen Video und einer Website.

Bei der Suche nach einer passenden Domain, rief ich mir die damalige Website um das hin und her bei der ebenso peinlichen Wulff-Ablösung ins Gedächnis. Unter www.istwulffnochimamt.de konnte man genau die Antwort zu dieser Frage erhalten. Aber eben auch nur diese. Wochenlang prankte ausschließlich ein großes „JA“ auf der Website, ehe der Bundespräsident dann endgültig zurückgetreten war. Meine Recherchen ergaben, dass es schon vorher und annähernd genauso erfolgreich die Website istwesterwellenochimamt.de gab.

Die Posse um den Sportdirektor meines Lieblingsvereins erinnerte mich doch sehr an dieses hin und her. Im Glauben, dass der Sportdirektor wenn dann erst in der Winterpause den Verein verlassen wird, sicherte ich mir die Domain www.istallofsnochbeiwerder.de. Die Programmierung war einfach.

Mit etwas HTML und CSS erstellte ich genau eine Seite, mit einem Allofs-Foto, welches ich auf Flickr.com lizenzfrei fand. Nicht ganz ohne Hintergedanken installierte ich auch schnell die Box zu meiner Bolzplatzheld-Facebook-Seite und das aktuelle Video von Bolzplatzheld.de unter der Ja-Antwort und ließ die Seite in die weiten Netzwelten schippern, in dem ich die Domain auf Twitter, Facebook  und dem inoffiziellen Werder-Forum worum.org postete. Für den Witz war es wichtig, dass die Domain nicht durch einen Domainverkürzerer gekürzt wurde, sondern eben genauso zu lesen war: istallofsnochbeiwiistallofserder.de.

Nunja, angenervt oder erfreut ob der Posse um Allofs, posteten immer mehr Leute meinen Link. Dabei ging es natürlich nicht um die Seite an sich, sondern vielmehr um die Verbindung aus Domain und Frage und doch klickten einige auch auf den Link, der sich in immer mehr Foren und auf Facebook und Twitter verbreitete und so kam es, dass tatsächlich am Tag nach dem Launch der Seite, die ich in 20 Minuten zusammengebastelt hatte, über 1500 Besucher die Seite angesehen hatten. Das wirkte sich ebenso positiv auf die Facebook-Fanzahlen, wie auch auf die Views des angefügten Bolzplatzheld-Videos aus, so dass das wohl die effizienteste Online-Werbekampagne meines Lebens war.

Die Sache hatte natürlich auch mindestens einen Haken: Ich hatte wirklich große Sorge, dass ich Allofs Rauswurf als allerletzter mitbekomme und die Seite auf Grund der falschen Antwort als Negativbeispiel in die Geschichte eingeht, so dass ich seit dem Launch der Seite permanent die Geschehnisse um Allofs verfolgt habe, nein, mitverfolgen musste. Ihr könnt mir glauben, dass ich mir solche Sorgen dann doch gerne erspart hätte. Daher ist der zweite Haken, dann wohl auch nur wegen der ausgebliebenen Klickzahlen schlimm: Am zweiten Tag nach dem Launch, saß ich dann morgens bei einem Kollegen zum Kaffee, als ich plötzlich diverse Twitternachrichten und SMS‘ erhielt: „Die Seite ist nicht mehr aktuell!“ Schnell klapperte ich Kicker & Co. ab und sah, dass Allofs den Verein sofort verlassen würde. „Toll, Herr Allofs! In der Nacht hatte ich noch von Werbeeinnahmen in Millionenhöhe geträumt und nun soll der Traum vorbei sein?“, dachte, ich mir noch, als ich das Foto auf der Seite ersetzte und statt des „Ja’s“ aufgeregt ein „Nein“ an die richtige Stelle des Quellcodes setzte und die Seite wieder online stellte. Es kann doch nicht einfach schon vorbei sein. Vielleicht ging es ja doch irgendwie weiter! Wie könnte man alles doch noch weiter vermarkten?  Ist istallofsnochbeiwolfsburg.de eigentlich noch frei?

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Es kam, wie es kommen musste: Es verliefen sich nie wieder mehr als 10 Leute pro Tag auf die Seite. Im letzten Monat schauten sich ganze 3 Leute die Seite an. Zwei Mal muss ich es zur Recherche für diesen Beitrag gewesen sein.